SIA Masterpreis Architektur 2026
Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) hat am 15. Oktober 2026, an der ETH Zürich zum fünften Mal den SIA Masterpreis Architektur verliehen. Die Auszeichnung rückt die visionärsten Abschlussarbeiten der nächsten Architektengeneration in den Fokus.

Im Hörsaal der ETH Zürich fiel am 15. Oktober endlich der Vorhang: Vor zahlreichen Gästen wurde das Geheimnis um den fünften SIA Masterpreis Architektur gelüftet. Zwar hatte die unabhängige Jury bereits in der Vorwoche acht der insgesamt 31 nominierten Arbeiten auf die Shortlist gesetzt – wer jedoch einen der drei mit je 3000 Franken dotierten Hauptpreise oder eine der fünf Anerkennungen, dotiert mit je 1000 Franken, erhalten würde, blieb bis zum Moment der Übergabe geheim.
Drei freie Arbeiten gewinnen je einen Preis
Alle drei Preise gehen an freie Arbeiten, also an Projekte, bei denen die Absolventinnen und Absolventen ihr Masterthema selbst gewählt, recherchiert und erarbeitet haben. Mit einem Preis wird das Projekt «Terres créoles» von Sarah Savoy, erarbeitet an der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HEIA-FR), ausgezeichnet. Ihre Arbeit sieht auf der Insel Guadeloupe eine Art Frauenhaus vor. Das soziale Projekt setzt sich auf Basis einer breiten Analyse mit Soziologie, Gesellschaft und kolonialer Geschichte auseinander. Die Arbeit überzeugte die Jury durch ihre grafische Darstellung, ihre Schlüssigkeit, ihre hohe Dichte, die sich in der Ausarbeitung in allen Massstäben zeigt. Darum wird Sarah Savoy auch eingeladen, im kommenden Jahr Einsitz in der Jury des SIA Masterpreises zu nehmen.
Die beiden anderen Preise gehen an die ETH Zürich. Das Projekt «No Ideas But in Fallow Lands» von Julius Baumanns und Dag von der Decken widmet sich den vermeintlich brachliegenden Landschaften von Glarus Süd. Die Arbeit analysiert das Potenzial von Glarus Süd fundiert und würdigt gleichzeitig den Bestand. Das Projekt «Margins to That Which Isn’t», erarbeitet von Nora Zeller und Pascal Linard Mijnssen, befasst sich mit der Badhütte Rorschach, die 2024 abgebrannt war. Statt historischer Rekonstruktion verfolgt die Arbeit die Idee des Unfertigen und macht den Beitrag dadurch poetisch.
Visionen ausleben
Die Masterarbeiten zeigen: Die Studierenden thematisieren in ihren Arbeiten komplexe gesellschaftliche und ökologische Prozesse. Es sind Projekte, die von Imagination leben. Samuel Giblin, Jurymitglied und letztjähriger Preisträger, fragt denn auch berechtigterweise im Video der Jurierung: «Wo sonst soll man seine Vision ausleben, wenn nicht in Form einer Abschlussarbeit?»