Plenarversammlung und Sessionsanlass von Bauenschweiz
An der Plenarversammlung und dem anschliessenden Sessionsanlass brachte Bauenschweiz die Perspektive der Bauwirtschaft in aktuelle politische Debatten ein. Im Zentrum standen politische Dossiers der Branche, Wechsel im Vorstand und die Frage, wie die politisch angestrebte Innenentwicklung auch tatsächlich umgesetzt werden kann.

Ob Aufstockung, Umnutzung oder Arealentwicklung: Die Bauwirtschaft erlebt unmittelbar, wo Verdichtung funktioniert und wo Projekte ins Stocken geraten. Dabei geht es nicht nur um zusätzlichen Wohnraum. Auch Unternehmen müssen ihre Standorte weiterentwickeln, Produktionsanlagen erneuern und in bestehende Strukturen investieren können. Damit ist Innenentwicklung nicht nur eine Frage der Raumplanung, sondern auch des Wirtschafts- und Lebensraums Schweiz.
«Wir müssen nicht mehr darüber diskutieren, ob wir verdichten. Entscheidend ist, wie wir die Verdichtung tatsächlich ermöglichen», sagt Hans Wicki, Präsident von Bauenschweiz. «Politische Ziele müssen am Ende in konkrete und bewilligungsfähige Projekte übersetzt werden können. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, effiziente Verfahren und eine sorgfältige Interessenabwägung.»
Bund und Kantone sind gefordert
Der Handlungsbedarf ist auch auf Bundesebene erkannt. Der Bundesrat hat im April verschiedene Massnahmen basierend auf einem Postulatsbericht im UVEK in Auftrag gegeben. Unter anderem soll die Innenentwicklung gesetzlich als nationales Interesse verankert werden. Bauenschweiz begrüsst diese Arbeit und fordert mutige Schritte für eine Signalwirkung an die Kantone. Der Dachverband setzt sich insbesondere für klarere und stärker digitalisierte Bewilligungsverfahren sowie eine frühzeitige Zusammenarbeit der Beteiligten ein. Gemeinsam mit den Mitgliedverbänden wurde zudem eine Massnahmen- und Vorstossliste für die Arbeit in den Kantonen erarbeitet.
Austausch mit Bundesrat Albert Rösti
Am Sessionsanlass gab Bundesrat Albert Rösti zunächst Einblick in aktuelle Geschäfte seines Departements, unter anderem in den Bereichen Energie und Verkehr. Im anschliessenden Gespräch beantwortete er Fragen zu aktuellen politischen Themen und zur Innenentwicklung. Danach rückte die «Konfliktzone Verdichtung» nochmals stärker ins Zentrum: Im Gespräch mit dem Freiburger Staatsrat Jean-François Steiert, ebenfalls moderiert von Sonja Hasler, ging es um die Herausforderungen bei der konkreten Umsetzung und das Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Bauwirtschaft. Auch die Gäste brachten ihre Fragen in die Diskussion ein.
Plenarversammlung: politische Schwerpunkte und Wechsel im Vorstand
An der vorangehenden Plenarversammlung blickte Bauenschweiz auf zentrale politische Dossiers der Bauwirtschaft. Im Fokus standen insbesondere Wohnraum und Baubewilligungsverfahren, PFAS, die Beziehungen Schweiz–EU sowie das öffentliche Beschaffungswesen. Die Mitglieder genehmigten zudem die statutarischen Geschäfte.
Im Vorstand kommt es auf Anfang 2027 zu mehreren Wechseln: Jens Vollmar, Andrea Galli und Gian-Luca Lardi wurden verabschiedet. Neu nimmt Pascal Bärtschi, CEO und Verwaltungsratspräsident von Losinger Marazzi sowie Vizepräsident von Entwicklung Schweiz, Einsitz im Vorstand. Auf Andrea Galli folgt voraussichtlich Stephan Tschudi, Geschäftsführer der bbp geomatik AG und Präsident von suisse.ing, der sich in der Stammgruppe zur Wahl stellt. Mit Plenarversammlung und Sessionsanlass brachte Bauenschweiz damit politische Arbeit, Branchenperspektive und den direkten Austausch mit Politik und Mitgliedern zusammen.