Sieben Krane für einen Brückenneubau

Beim Ersatzneubau der Wallstrassenbrücke in Ulm (D) ist ein umfangreiches Kran- und Logistikkonzept erforderlich. Sieben Liebherr-Krane unterstützen die Montage des neuen Bauwerks und die Arbeiten an Stützwänden und Tunnel.

Im Zuge der Erneuerung der B10 in Ulm (D) wird die bestehende Wallstrassenbrücke am Kienlesberg durch einen Neubau ersetzt. Die besondere Herausforderung besteht in der Lage des Bauwerks, das zahlreiche Bahngleise überquert. Für die Bauausführung müssen deshalb Schwerlasten sorgfältig bewegt und die Arbeiten im engen Umfeld der weiterhin genutzten Infrastruktur koordiniert werden. Das Kran- und Logistikkonzept wurde gemeinsam mit der Matthäus Schmid Bauunternehmung entwickelt, die das Bauwerk im Rahmen der Arge B10 mit Leonhard Weiss realisiert.

Insgesamt sieben Liebherr-Krane sind für das Gesamtprojekt im Einsatz. Drei Obendreher übernehmen beim Neubau der Wallstrassenbrücke zentrale Aufgaben. Dazu gehören einerseits Schwerlasthübe, die Montage von Tragwerksteilen aus Stahl und Beton sowie anderseits der Transport von Schalungs- und Bewehrungselementen.

Zwei Fibre-Krane für den Brückenbau

Eine wichtige Rolle spielen zwei Liebherr-Krane 520 EC-B 20 Fibre. Der erste wurde mit einer Ausladung von 80 Meter, einer Hakenhöhe von 52 Meter und einer maximalen Tragfähigkeit von 20 Tonnen aufgebaut. Mit seiner grossen Ausladung deckt er das gesamte Hauptbaufeld ab und übernimmt die schwersten Hübe, darunter die Montage von Schalungseinheiten und Bewehrungskörben zwischen den aktiven Gleisanlagen. Ein zweiter Kran auf der gegenüberliegenden Seite verfügt über eine Ausladung von 60 Meter und eine Hakenhöhe von 35 Meter. Er ist für kürzere Taktzeiten und schnellere Umschlagprozesse in dichteren Arbeitsbereichen ausgelegt. Die beiden 520 EC-B 20 Fibre übernehmen gemeinsam mit einem 202 EC-B die Aufgaben der Obendreher.

Die Faser-Technologie reduziert das Eigengewicht der Hubseile deutlich und ermöglicht auf Basis der bestehenden Komponenten eine Traglaststeigerung von 40 Prozent gegenüber den vergleichbaren Stahlseilkränen. Hinzu kommen eine verbesserte Handhabung und ein reduzierter Wartungsaufwand.

Krane für Stützwände und Tunnelbau

Vier weitere Liebherr-Krane sind als Unterdreher im Einsatz. Sie unterstützen den Bau der neuen Stützwände sowie des Blaubeurer-Tor-Tunnels. Damit sind die Krane über mehrere Bauabschnitte und Arbeitsbereiche des B10-Projekts verteilt. Die Koordination der Geräte ist angesichts der engen Platzverhältnisse und der parallel laufenden Arbeiten besonders anspruchsvoll. Neben der eigentlichen Montage sind Materialflüsse, Kranstandorte und Hubbereiche aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig entsteht die neue Infrastruktur in einem innerstädtischen Umfeld, in dem Verkehrsanlagen und Bahninfrastruktur zu berücksichtigen sind. Die neue Wallstrassenbrücke soll bis zum Sommer 2029 fertiggestellt werden.

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