Vorschau auf den Infrastruktur Kongress am 25.03.2026 in Zürich

Den digitalen Wandel im Infrastrukturbau mit den damit verbundenen Herausforderungen und Chancen hautnah erleben, das ist der Inhalt der Fachveranstaltung am 25. März 2026 am Flughafen Zürich.

Information und Anmeldung: https://allplan.ch/kongress2026

Dieser Anlass bringt Expertinnen und Experten aus Ingenieurbau, Planung, Bauwirtschaft, öffentlicher Hand und Industrie zusammen, um digitales Planen, Bauen und Betreiben anhand von aktuellen Beispielen praxisnah zu erleben und zu diskutieren – mit BIM als wichtigen Teil dieser Entwicklung. Ein Blick in die Zukunft des digitalen Bauens wird Prof. Dr. Adrian Wildenauer mit seiner Präsentation wagen. Mit ihm haben wir uns zum Gespräch getroffen.

Stephan Aeschlimann, Geschäftsleiter von ALLPLAN Schweiz AG, freut sich als Gastgeber sehr auf den Infrastruktur Kongress 2026 und beschreibt die Ziele wie folgt: «Mit exklusiven Einblicken in reale Infrastrukturprojekt der öffentlichen Hand und von privaten Betreibern wollen wir Bauherren, Planern und Ausführenden aufzeigen, welche Herausforderungen und Chancen der digitale Wandel im Infrastrukturbau mit sich bringt. Aber wir möchten auch die Angst nehmen und motivieren, etwas Neues zu wagen.» Unter dem Stichwort «Industrie trifft Innovation» werden Axpo, Flughafen Zürich und weitere Betreiber ihre Strategien für ein modernes Infrastrukturmanagement vorstellen. «Wie bauen wir in 2036» lautet die Fragestellung im Eröffnungsreferat von Prof. Dr. Adrian Wildenauer. Seit Februar 2026 leitet er an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich das neu geschaffene Competence Center for Smart Building & Real Estate. Er gilt ausgewiesener Experte für digitales Bauen, Smart Building und datenbasierte Immobilienservices. Zuvor war Prof. Dr. Adrian Wildenauer Professor für digitales Bauen an der Berner Fachhochschule BFH. Unter anderem leitete er dort den Weiterbildungsstudiengang CAS Infrastruktur digital. In der Vergangenheit war er unter anderem bei den SBB AG als Leiter BIM Standardisierung und Branchenaktivitäten sowie in leitenden Funktionen bei pom+ Consulting AG, Ernst & Young Real Estate AG und Ed. Züblin AG tätig. Prof. Dr. Adrian Wildenauer gibt uns nachstehend einige Einblicke in seine Erfahrungen bezüglich der Digitalisierung und zu den Schwerpunkten seiner geplanten Präsentation.

Wo stehen wir aktuell in der Schweizer Baubranche in der Umsetzung der digitalen Planung und Ausführung?

Wir haben ein solides Grundniveau, dürfen uns aber nicht darauf ausruhen. Wenn wir den grössten Mehrwert generieren wollen, müssen wir jetzt loslegen und nicht weiter zuwarten. Deshalb bietet dieser Kongress den teilnehmenden Personen eine wertvolle Chance, mit den Inputs aus der Praxis und mit den Erkenntnissen aus dem Austausch untereinander die nächsten Schritte konkret anzugehen.

BIM ist ein wichtiger Teil des digitalen Wandels. Euphorisch gestartet, braucht die breite Anwendung doch länger als erwartet. Was sind die Gründe dafür?

Es benötigt eine Strategie für Daten/Prozesse/Hard- und Softwarelösungen und Schulung. Wir müssen uns Gedanken machen darüber, was wir wirklich benötigen. In vielen Fällen scheitert BIM nicht an der Technologie, sondern an der fehlenden oder ungenauen Erwartungshaltung. Die Motivation für die 3D-Modellierung und BIM sollte auf keinen Fall der externe Druck durch Besteller oder Dritte sein, sondern der Eigennutz für die eigene Unternehmung mit einem klar erkennbaren Effizienzgewinn. Ich mache es für mich, nicht für andere.

Prof. Dr. Adrian Wildenauer, Leiter Competence Smart Building & Real Estate, Hochschule für Wirtschaft Zürich, HWZ und Stephan Aeschlimann, Geschäftsleiter ALLPLAN Schweiz AG.

 

Mit der Digitalisierung kommt den Daten eine neue Bedeutung zu. Was ist hier zu berücksichtigen?

Für einen optimalen Nutzen der digitalen Transformation ist eine Durchgängigkeit der Daten Voraussetzung. Das ist leider immer noch eine grosse Herausforderung.

Der Schwerpunkt Ihrer bisherigen Tätigkeit ist im Bereich Real Estate. Welche Verbindungen machen Sie zum Infrastrukturbau?

Ganz einfach: Ohne Infrastruktur kein Real Estate und umgekehrt.

Was ist der Grund, dass die Digitalisierung im Immobilienbereich weiter fortgeschritten ist als im Infrastrukturbau?

Das liegt an der Thematik: Im liniengebundenen Infrastrukturbau haben wir viel mehr Besonderheiten und mehr Prozessbeteiligte, sowohl intern wie extern. Zudem fehlten leider oft auch die Standards, auch für den Datenaustausch. Klar aber ist: Der Nutzen im Infrastrukturbereich wäre viel grösser als im Immobilienbereich.

Sie haben den Datenaustausch angesprochen. Etabliert hat sich für den hochqualifizierten, modellbasierten Datenaustausch der Austausch über IFC-Standard. Wieso gibt es da noch Probleme?

Wir benötigen softwareübergreifende, offene Standards und dürfen das IFC nicht für Dinge verwenden, für das es gar nicht vorgesehen ist. Was wir in Zukunft benötigen werden, sind datenkompetente Bau- und Projektleitende. Dazu braucht es auch entsprechende Mitarbeiterschulung.

Wie stehen Sie zur digitalen Kommunikation?

Dazu habe ich eine klare Meinung: Je digitaler wir werden, desto analoger müssen wir kommunizieren. Das heisst per Telefon oder gemeinsam am gleichen Tisch. Manche Dinge werden greifbarer, wenn man sie mit einfachen Mitteln darstellt und gemeinsam diskutiert. Da helfen auch Handskizzen.

Welchen Stellenwert hat für die die KI im digitalen Wandel der Baubranche?

In meiner Dozententätigkeit stelle ich fest, dass 95 Prozent der Studierenden KI nutzen. Was sind die Folgen daraus? Das kritische Denken lässt nach. Jeder nutzt es, aber ohne bedacht und ohne die Ergebnisse zu hinterfragen. KI ist jedoch ideal, um wiederkehrende Tätigkeiten zu automatisieren und um grosse Datenmengen zu analysieren.

Seit Februar 2026 sind Sie an der HWZ Hochschule für Wirtschaft tätig. Was sind Ihre Schwerpunkte in Bezug auf die Weiterbildungsangebote?

Ich sehe es als grosse Chance, auch die wirtschaftliche Komponente einzubringen: Die Bildungslandschaft muss flexibler, schneller und direkter werden. Beispielsweise mit kleinen, kompakten Kursen von zwei- bis drei Tage Dauer möchten wir die Themengebiete abdecken, die aktuell nachgefragt werden.

Sie eröffnen den Infrastruktur Kongress mit der Präsentation zum Thema «Wie bauen wir 2036». Was dürfen wir inhaltlich erwarten?

Die Baubranche steht vor drei zentralen Herausforderungen: Alternde Infrastruktur, dramatischer Fachkräftemangel und eine massive Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation. Die Präsentation wird zeigen, wie strategische Weichenstellungen heute – durch Bildungsinvestitionen, digitale Innovation und Wissenstransfer – die Zukunftsfähigkeit der Branche bis 2036 sichern könnten.

Wir danken für das Gespräch und freuen uns auf Ihre Präsentation am Infrastruktur Kongress 2026.

 

Infrastruktur Kongress 2026 – Praxis trifft Zukunft

Wie entwickelt sich das digitale Planen, Bauen und Betreiben im Infrastrukturbau weiter?

Antworten aus Praxis und Forschung bietet der Infrastruktur Kongress am 25. März 2026 in Zürich.

  • Praxisnahe Einblicke in reale Infrastrukturprojekte aus der öffentlichen Hand und von privaten Betreibern
  • Einordnung aktueller digitaler Entwicklungen und BIM-Anwendungen
  • Zukunftsausblick zum digitalen Bauen im Beitrag von Prof. Dr. Adrian Wildenauer
  • Fachlicher Austausch mit Expertinnen und Experten aus Ingenieurbau, Bauwirtschaft, öffentlicher Hand und Industrie

Datum: Mittwoch, 25. März 2026

Ort: Radisson Blu, Flughafen Zürich

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

https://allplan.ch/kongress2026

Weitere Beiträge zum Thema

JETZT ANMELDEN
fachbau.ch Newsletter
fachbau.ch bietet Ihnen wertvolle Einblicke, aktuelle Trends und exklusive Informationen aus der Bau- und Immobilienbranche, um Sie stets auf dem neuesten Stand und gut informiert zu halten.
ANMELDEN
Sie können sich jederzeit abmelden!
close-link