Venezianischer Glanz in Savognin
Origen engagiert sich für das alte Dorfzentrum von Savognin. Das Hotel Pianta, das seit Jahren leer steht, soll zu einem Kulturhaus werden. Die Kosten für den Kauf und die Sanierung des historischen Haues betragen 6,5 Millionen Franken.
Die Savogniner Hauptstrasse, der Stradung, war einst von markanten Patrizierhäusern und eleganten Hotelfassaden geprägt. In den letzten fünfzig Jahren wurde der schöne Hausbestand dem Strassenbau geopfert. Die Folgen sind gravierend. Hotels wurden geschlossen, Läden haben dichtgemacht, das Zentrum ist verwaist.

Die Kulturstiftung Origen möchte nun dazu beitragen, das alte Herz von Savognin zu retten und neu zu beleben. Zwei historische Hotels bilden die Ankerpunkte des Projektes. Das Hotel Piz Mitgel soll in Zukunft mit umfassenden Bildungsformaten zum neuen Dorfleben beitragen. Das Hotel Pianta öffnet bereits diesen Sommer seine Türen für einen Pop-up-Betrieb. Alle Interessierten sind eingeladen, die alten Stuben neu zu erkunden, einen Kaffee im venezianischen Salon zu geniessen und sich in die Geschichte der illustren Hotelier-Familie zu vertiefen.
Hoteliers in Mailand, Venedig und Triest
Die Savogniner Familie Pianta gehörte am Ende des 19. Jahrhunderts zu den angesehensten Hoteliers der Schweiz. Vater Domenico Pianta gründete ein einfaches Gasthaus in Savognin, und verkaufte Wein und Lebensmittel. Seine Söhne leiteten später bekannte Hotels in Mailand, Venedig und Triest.

Der temporäre Hotelbetrieb in Savognin liefert Erfahrungen für das künftige Konzept. Die Fassaden des Hotels werden mit einem temporären goldenen Scherenschnitt überzogen, der an venezianische Paläste erinnert. In den alten Salons hängen Kristallspiegel, Murano-Leuchter und barocke Bildrahmen, die vom schweren, glitzernden Pomp der Lagunenstadt erzählen. Das elegant hergerichtete Caffè Venezia im alten Speisesaal lädt zum Kaffeegenuss mit venezianischem Gebäck ein. Sogar übernachten lässt es sich im Hotel Pianta: Die einfachen Zimmer laden zum experimentellen Schlafen in den alten Gemäuern ein.
Sanierungskosten von 6,5 Millionen Franken
Um das Hotel Pianta zu erhalten und seine Tätigkeit als Kulturhaus aufzunehmen, sind umfassende Renovationsarbeiten vorzunehmen. Die historischen Räume sind sorgfältig zu sanieren und für den zukünftigen Betrieb auszustatten. Die geschichtsträchtigen Einrichtungsgegenstände aus der venezianischen Zeit sind zu konservieren und zu ergänzen. Ausserdem bedürfen die Haustechnik, die Küche, die Heizung und die elektrischen Leitungen einer Überprüfung und umfassenden Sanierung.
Origen rechnet mit Gesamtkosten für den Kauf und die Sanierung des Gebäudes von 6,5 Millionen Franken. Mit der Eigentümerschaft wird ein Kaufrechtsvertrag abgeschlossen, der als Basis für den Erwerb und für die künftige Nutzung des Hauses dient. Das Projekt soll mit privaten Spenden, Stiftungsbeiträgen und Fördermitteln der öffentlichen Hand realisiert werden. Private Förderer können sich am Projekt beteiligen, indem sie beispielsweise einen Quadratmeter der Fassadengestaltung oder die Sanierung eines historischen Fensters übernehmen.