365 Millionen Franken für neue Tramlinie in Zürich
Der Regierungsrat des Kantons Zürich beantragt dem Kantonsrat einen Staatsbeitrag von 365,5 Millionen Franken für den Bau einer neuen Tramlinie nach Zürich-Affoltern. Mit dem Tram Affoltern soll der Norden der Stadt Zürich eine qualitativ hochwertige öV-Erschliessung erhalten.
Das Quartier Affoltern gehört zu den stark wachsenden Gebieten der Stadt Zürich. Bis 2040 dürfte die Bevölkerung im Vergleich zur Jahrtausendwende um rund 70 Prozent auf etwa 31000 Personen steigen. Ein Grossteil des künftigen Mehrverkehrs soll gemäss den Zielen des kantonalen Gesamtverkehrskonzepts vom öffentlichen Verkehr übernommen werden.

Tramlinie bringt mehr Zuverlässigkeit und Kapazität
Die heute bereits sehr stark ausgelastete Trolleybuslinie 32 kann den prognostizierten Anstieg der Fahrgäste langfristig nicht mehr bewältigen. Deshalb soll das städtische Tramnetz um eine knapp vier Kilometer lange Neubaustrecke entlang der Wehntalerstrasse ergänzt werden. Mit der verlängerten Tramlinie 11 erhält Affoltern eine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof und in die Innenstadt. Gegenüber den heute eingesetzten Doppelgelenkbussen bieten Trams eine deutlich höhere Kapazität. Dank des grossen Anteils an Eigentrassees können die Trams zudem rasch und ungehindert fahren. «Das Quartier Affoltern erhält mit dem Tram einen attraktiven, zeitgemässen und leistungsfähigen ÖV. Davon profitieren die Menschen, die Mobilität – und damit auch der Wirtschaftsstandort Kanton Zürich», sagt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh.
Finanzielle Beteiligung des Bundes und der Stadt zugesichert
Die Bruttoinvestitionen für das Tramprojekt betragen rund 448,5 Millionen Franken. Zusätzlich investiert die Stadt Zürich etwa 110 Millionen in eigene Projekte und Infrastrukturen. Das gesamte Bauvolumen beläuft sich damit auf rund 560 Millionen Franken. Der Kanton Zürich beteiligt sich mit 365,5 Millionen aus dem Verkehrsfonds, die vom Kantonsrat zu bewilligen sind. Die tatsächliche finanzielle Belastung des Verkehrsfonds wird jedoch geringer ausfallen. Der Bund beteiligt sich im Rahmen des Agglomerationsprogramms der 4. Generation mit einem Beitragssatz von 40 Prozent, was eine Entlastung des Verkehrsfonds von 103,8 Millionen Franken ergibt. Zudem leistet die Stadt Zürich einen zweckgebundenen Beitrag von 60 Millionen zur finanziellen Entlastung des Verkehrsfonds. Dieser städtische Beitrag ist die Voraussetzung für die Realisierung des Projekts.

Baubeginn voraussichtlich 2028
Als Nächstes wird sich die zuständige Fachkommission des Zürcher Kantonsrats mit der Kreditvorlage befassen. Ein positiver Entscheid des Kantonsrats untersteht sodann dem fakultativen Referendum. Aufgrund der Höhe des städtischen Anteils entscheiden zusätzlich die Stimmberechtigten der Stadt Zürich über die städtische Kreditvorlage. Das Projekt soll – unter der Voraussetzung der rechtzeitig gesicherten Finanzierung sowie einer rechtskräftigen Plangenehmigung – ab 2028 ausgeführt werden. Die Inbetriebnahme der Tramlinie ist für 2032 vorgesehen.