Wasserstoffantrieb als Alternative

In einem Kieswerk in München belädt ein Liebherr-Grossradlader Baustellenfahrzeuge von MAN und Daimler Truck. Alle drei Maschinen sind mit Wasserstoffmotoren ausgestattet, die weitgehend CO2-frei arbeiten.

Wasserstoffantriebe stehen ihren dieselbetriebenen Pendants in nichts nach. Der L 566 H von Liebherr, der erste Prototyp eines Grossradladers mit Liebherr-Wasserstoffmotor, arbeitet Seite an Seite mit dem Kleinserien-Truck MAN hTGX und einem Entwicklungsträger auf Basis eines Mercedes-Benz Arocs von Daimler Truck. Alle drei Fahrzeuge bewältigen anspruchsvolle Aufgaben im Erdbewegungsbereich und beim Materialtransport. Die Allianz Wasserstoffmotor, eine branchenübergreifende Interessensvertretung mit Sitz in Karlsruhe (D) ermöglichte den gemeinsamen Einsatz.

Wie eine Dieselmaschine

Der Grossradlader L 566 H beschickt Anlagen mit Gesteinsmaterial und belädt Lastwagen. «Das Besondere ist, dass unser Radlader genau gleich eingesetzt werden kann wie eine konventionelle Dieselmaschine. Es ist keine spezielle Einsatzplanung notwendig, da der Radlader die ganze Schicht durchhält und danach mit einer Schnellbetankung von 10 bis 15 Minuten wieder einsatzfähig ist», erklärt Hans Knapp, Leiter der Abteilung Vorentwicklung und Antriebstechnik bei Liebherr Bischofshofen (A). Liebherr hat im Sommer 2024 in Bischofshofen den Prototyp sowie eine neue, werkseigene Wasserstofftankstelle erstmals einem Fachpublikum vorgestellt. Danach folgte die Präsentation des Radladers auf der Bauma 2025. Der L 566 H ist einer von mehreren wasserstoffbetriebenen Radladern dieses Typs, den Liebherr bei verschiedenen Kunden testet.

CO2-freier Betrieb

Je nach Einsatz und Lastprofil eignen sich unterschiedliche Technologien. Der Wasserstoffantrieb überzeugt aufgrund seiner robusten Komponenten und Speicherfähigkeit insbesondere bei schweren, anspruchsvollen Einsätzen und hohen Reichweiten. Zu diesen Ergebnissen kam auch das Entwicklungsteam des Werks Bischofshofen. Nach umfangreichen Studien wurde Wasserstoff als optimale Alternative zum Dieselantrieb identifiziert, um schwere Fahrzeuge mit hohen Energiebedarfen emissionsarm zu betreiben. Wasserstoffmotoren erlauben beim Einsatz von emissionsreduziertem Wasserstoff einen weitgehend CO2-freien Betrieb mit geringen Stickoxidemissionen und hohem Wirkungsgrad.

Bei Nutzfahrzeugen hält Wasserstoff bereits bei den ersten Serienfahrzeugen Einzug. Hier spielt der emissionsarme Energieträger bei hohen Reichweiten und Lastanforderungen seine Stärken aus. Der MAN hTGX ist neben dem MAN eTGX die zweite zero-emission-Alternative von MAN. Das Fahrzeug wird in einer Kleinserie gefertigt. Auch Daimler Truck ist mit einem wasserstoffbetriebenen Baustellenfahrzeug im Kieswerk vertreten.

> liebherr.com/

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