Studie zur Kreislauffähigkeit

Eine neue Studie des Beratungsunternehmens conspark GmbH vergleicht erstmals anhand eines einheitlichen Materialflussindikators die Kreislauffähigkeit von Beton, Stahl und Holz in der Schweiz.

Die Studie von conspark GmbH zeigt auf: Bis zu 85 Prozent des Betonabbruchs werden bereits wiederverwertet und als Sekundärrohstoff in den Baukreislauf zurückgeführt.

Wie machen wir Kreislaufwirtschaft?

Für eine optimale Materialwahl müssen heute diverse Kriterien wie Klimawirkung, Ressourceneinsatz, Dauerhaftigkeit und Funktion berücksichtigt werden. Für eine umfassende Beurteilung zählt deshalb nicht allein die Herstellungsphase. Auch Nutzungsdauer, Unterhalt, Wiederverwendung, Recycling und das End of Life eines Baustoffs beziehungsweise Bauwerks sind entscheidend.

Die conspark GmbH ist auf die Beratung bezüglich Nachhaltigkeit, Innovation und Effizienz spezialisiert. Ihre Bewertung lehnt sich an die ISO 59020 sowie an den neuen Leitfaden «Zirkularität messbar machen» von C33, ecobau und der Charta kreislauforientiertes Bauen an. Der dabei verwendete Materialflussindikator betrachtet sowohl die eingesetzten Ressourcen in der Herstellungsphase als auch die Verwertungswege nach einem Nutzungszyklus.

Unterschiedliche Materialien, unterschiedliche Kreisläufe

Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den betrachteten Baustoffen.

  • Beton lässt sich gemäss Nutzungszyklus im Durchschnitt bis zu 85 Prozent wiederverwerten.
  • Holz erzielt mit 15 Prozent tiefere Werte nach Ende der Nutzung, insbesondere aufgrund der häufigen thermischen Verwertung.
  • Stahl erzielt hohe Zirkularitätswerte von nahezu 100 Prozent. Gründe dafür sind der hohe Einsatz von Sekundärmaterial und etablierte, weitgehend geschlossene Recyclingkreisläufe.

Mineralische Wiederverwertung hat noch Luft nach oben

Recyclingmaterial kann den Bedarf an Primärrohstoffen allerdings nicht vollständig decken. Dem jährlichen Bedarf von rund 40 Millionen Tonnen Beton steht eine deutlich kleinere Menge an verfügbarem Rückbaumaterial gegenüber. Umso wichtiger ist es, die in der Schweiz jährlich verfügbaren Mengen von 7,6 Millionen Tonnen Betonabbruch möglichst hochwertig und dort einzusetzen, wo sie entstehen.

Die Verwendung von Recyclingbeton ist in der SIA 2030 geregelt. Recyclingbetone sind heute für eine breite Palette von Anwendungen im Hochbau einsetzbar.

Wiederverwendung vor Recycling

Kreislaufwirtschaft bedeutet mehr als Recycling. Grundsätzlich gilt: Die Wiederverwendung von Bauteilen steht in der Kreislaufhierarchie über der stofflichen Verwertung. Bei Ortbeton ist die Wiederverwendung ganzer tragender Bauteile heute jedoch häufig technisch, wirtschaftlich und normativ anspruchsvoll. Wo eine Wiederverwendung nicht möglich oder sinnvoll ist, bleibt hochwertiges Recycling eine zentrale Kreislaufstrategie.

Damit wird deutlich: Kreislaufwirtschaft beginnt nicht erst beim Rückbau. Bereits bei der Planung entscheidet sich, wie gut Baustoffe und Bauteile später getrennt, wiederverwendet oder verwertet werden können.

Weiterführende Links zur Kreislauffähigkeit des Baumaterials in der Schweiz

> conspark GmbH

> Betonsuisse Marketing AG

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