Ziegelprodukte verbinden Energie, Klimaresilienz und Baukultur
Tonbaustoffe verbinden Tradition und technologische Weiterentwicklung. Neue Lösungen für Energiegewinnung, Biodiversität, Wärmeschutz und Klimabilanz zeigen, wie zukunftsfähig Ziegel heute sind.
Tonbaustoffe gehören zu den ältesten Baumaterialien Europas. Gerade darin liegt ihre besondere Stärke: Sie sind bewährt, langlebig und zugleich offen für Innovation. Die Schweizer Ziegelindustrie zeigt, dass Dachziegel, Backsteine und keramische Fassadenplatten längst mehr sind als klassische Hüllen für Gebäude. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung übernehmen sie heute zusätzliche Funktionen für Energieversorgung, Stadtklima und Ressourcenschonung.
Solarziegel für schützenswerte Ortsbilder
Ein zentrales Beispiel ist die Integration von Photovoltaik in das geneigte Dach. Spezielle Solarziegel oder auf Schweizer Ziegelformate abgestimmte Indach-Module verbinden Stromproduktion mit der Schutzfunktion des Daches. Das ist besonders dort relevant, wo herkömmliche Solaranlagen gestalterisch oder denkmalpflegerisch an Grenzen stossen. Solche Lösungen erlauben es, Energiegewinnung und architektonische Qualität miteinander zu vereinbaren und leisten damit einen konkreten Beitrag zur Energiewende.

Auch im urbanen Raum eröffnen keramische Systeme neue Perspektiven. Begrünbare Fassaden auf Tonbasis können aufgeheizte Oberflächen kühlen, die Luftqualität verbessern und zusätzlichen Lebensraum für Kleintiere schaffen. Im Sinne des «Schwammstadt»-Prinzips tragen sie zudem dazu bei, Regenwasser zurückzuhalten, Verdunstung zu fördern und die Belastung der Kanalisation bei Starkregen zu senken. Damit werden Fassaden zu aktiven Elementen der Klimaanpassung.

Verbindung von Tragfähigkeit und Wärmeschutz
Innovationspotenzial zeigt sich ebenso im monolithischen Mauerwerk. Spezielle Dämmsteine verbinden Tragfähigkeit und Wärmeschutz in einem einschaligen Aufbau. Das reduziert die konstruktive Komplexität und verbessert zugleich die bauphysikalische Leistungsfähigkeit der Gebäudehülle. Das Beispiel der Siedlung «Le Parc de Staël» am Genfersee zeigt, wie sich solche Systeme mit langlebigen Klinkerfassaden kombinieren lassen. Das Ergebnis ist eine Architektur, die funktional, robust und gestalterisch hochwertig ist.
Hinzu kommt die Frage der Klimabilanz. Laut Ziegelindustrie Schweiz werden Emissionen entlang der Produktionskette reduziert, etwa durch erneuerbaren Strom und Biogas; verbleibende Emissionen können derzeit über zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert werden. In Verbindung mit der langen Lebensdauer und der Kreislauffähigkeit des Materials ergibt sich ein Baustoff, dessen investierte Energie über Generationen im Gebäude erhalten bleibt.