Ausbau des Bahnhofs Bern erst 2031 abgeschlossen
Die Eröffnung des ausgebauten Bahnhofs Bern mit neuem RBS-Bahnhof, zusätzlicher Personenunterführung und zwei neuen Bahnhofzugängen verschiebt sich aus heutiger Sicht auf 2031 und kostet rund 200 bis 50 Millionen Franken mehr als geplant.
Die Bauarbeiten am Gesamtprojekt «Zukunft Bahnhof Bern ZBB» werden derzeit mit neuen Herausforderungen konfrontiert: Der Rückbau des Gebäudes hinter dem Berner Generationenhaus sowie die Bauarbeiten für den angrenzenden Einbau einer neuen Glasfront sind durch statische Probleme, unerwartete Schadstofffunde und Abweichungen zu alten Bahnhofsplänen aufwendiger und komplexer als bisher angenommen. Dies schreiben die SBB in einer Mitteilung von Mitte Dezember 2025.

Damit jederzeit ein sicherer und reibungsloser Bahn- und Bahnhofsbetrieb garantiert werden könne, seien zusätzliche Bauarbeiten nötig, der Bauablauf müsse angepasst werden und auch die Baulogistik sei aufwendiger, schreiben die SBB. Dies führe zu Verzögerungen im Bauprogramm. Weil die neue Personenunterführung der SBB, der neue RBS-Bahnhof sowie die neue Personenpassage Hirschengraben der Stadt Bern unmittelbar voneinander abhängig sind, brauche es nun eine Überarbeitung der Bauplanung. Deshalb muss die für Ende 2029 vorgesehene Eröffnung auf voraussichtlich 2031 verschoben werden. Der Termin für die Inbetriebnahme müsse in der Detailplanung noch verifiziert werden.
Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe
Die Projektpartner haben in den letzten Monaten die gesamte Kostensituation analysiert. Dabei wurden alle seit Baubeginn aufgelaufenen Mehrkosten sowie allfällige Risiken bis zur Eröffnung berücksichtigt und neu beurteilt. Gegenüber den bisher geplanten Gesamtkosten von 1,2 Milliarden Franken (Stand 2022) werden die Projekte von ZBB rund 200 bis 250 Millionen Franken teurer. Die Gesamtprojektkosten erhöhen sich unter anderem aufgrund von anspruchsvollen baulichen und geologischen Rahmenbedingungen, umfangreichen Abhängigkeiten zu Nachbarprojekten sowie Massnahmen zur Sicherstellung eines stabilen Bahn- und Bahnhofbetriebs. Auch die längere Bauzeit, bedingt durch mehrere Verzögerungen, führt zu höheren Gesamtprojektkosten. Die überarbeitete Bauplanung sowie die Höhe und Finanzierung der Mehrkosten in den verschiedenen Projekten werden 2026 bekanntgegeben.

Rückbau Gebäude und Einbau Glasfront
Beim Abbruch des Gebäudes hinter dem Berner Generationenhaus und beim angrenzenden Einbau der neuen Glasfront neben Gleis 1 sind besonders im dreistöckigen Bauuntergrund verschiedene Überraschungen aufgetreten: So mussten zahlreiche Werkleitungen (u.a. Lüftung, Wasser, Wärme) umgelegt oder neu erstellt werden. Ausserdem haben Abweichungen zu alten Bahnhofsplänen die Bauarbeiten zusätzlich erschwert. Ferner wurden im Untergrund unerwartet Schadstoffe wie Asbest gefunden. Die damit verbundene fachkompetente Begleitung, die Einhaltung aller Vorschriften im Umgang mit Schadstoffen sowie die fachgerechte Entsorgung brauchen Zeit, die so nicht eingeplant war.

Der Einbau der neuen, schweren Glasfront an Gleis 1, welche die bisherige Betonwand ersetzen wird, sowie der Umbau bei den Gleisen 1 bis 4 haben sich zudem als statisch anspruchsvoller herausgestellt als erwartet. Diese Projektteile befinden sich mehrheitlich direkt über der neu entstehenden Unterführung und müssen grossen Belastungen standhalten. Anstelle von Stahlstützen werden Betonpfeiler erstellt, um eine bessere Stabilität und langfristigere Tragfähigkeit zu erreichen. Diese Projektanpassung ist langfristig sinnvoll, erfordert jedoch zusätzlich Zeit.